Samstag 18.01.2020, 7:15 Uhr auf dem Parkplatz der Messe Augsburg. Diesen Morgen fast ausgeschlafen, weil wir mal was Neues ausprobieren wollten. Heißt: Freitagabend im Hotel eingecheckt und dafür in der Früh 1 Stunde länger geschlafen! War gar nicht so schlecht, wenn man in die zerknautschten Gesichter der Mitschützen geschaut hat. Im Vorfeld gab es schon einiges Gemunkel über die Verbesserungen gegenüber dem letzten Jahr. Ich werd' mich als Schütze mal überraschen lassen, ob wieder alles grün in grün ist.

Am Eingang alles reibungslos, wenn man Startkarte und Ausweis an der Hand hatte. Rein in die Messehalle! Einmal quer durch die Ausstellung der AugsBow und – tadaaa – 46 Scheiben auf und vor grünem Teppich, aber bestens ausgeleuchtet. Seinen Platz an der richtigen Scheibe suchen und dann anstellen an der Startnummernausgabe. Wie gut, dass ich meinen persönlichen Assistenten, Coach, Kofferträger und Ehemann (in dieser Reihenfolge) dabei hatte, der sich für mich in die doch schon recht lange Schlange gestellt hat, während ich derweil in Ruhe meinen Bogen aufbauen konnte.

2020 BM Halle

Natürlich wieder viele bekannte Gesichter, darunter so manche, die man nur auf Meisterschaften trifft. Und Kathi Bauer (mehrmalige deutsche Meisterin) gleich auf der Nachbarscheibe. Toll, dass solche „Stars“ ganz normale Leute sind! An Kathis Seite natürlich Chefcoach und Kadertrainer Andi Blaschke, der mir bestimmt, durch guten Kontakt zu unserem Verein, den einen oder anderen Tipp geben kann (hoffe ich zumindest).

Beginn der Trainingspfeile 8:30 Uhr, also konzentrieren auf das, was man im Training als Baustellen ausgemacht hat. Und natürlich Ottis Worte mantra-artig vor mich hin rezitierend: „Bleib drauf, dro bleim, Druck nach vorn“ und immer wieder auf "Repeat". Damit gingen die ersten Pfeile ganz locker von der Sehne. Zwischenzeitlich waren Wolfi und Anita zur Unterstützung und Ablenkung bei nervösem Herzklopfen eingetroffen – Danke, dass ihr da ward.

Wettkampbeginn: 9 Uhr, auf geht’s! Hier schon die ersten Tipps von Andi: "Mehr Körperspannung!" Aussage vom Kadertrainer: „Ein Wettkampf war erst saugeil, wenn man hinterher Muskelkater in Bauch, Beine, Po hat“. Danke Andi, ich hatte einen sehr geilen Wettkampf. Zwischendrin ein paar Ausreisser in die 8, dafür gabs von ihm einen Strich auf die Bogenhand, um die Pfeillinie aufzuzeigen, sehr einfach aber effektiv.

Endlich Pause! Erster Durchgang - ganz zufrieden. Läuft trotz Aufregung ganz gut. Auch die zwei Trainer verstehen sich auch blendend, zwischendurch war mal ein „Weiber...“ mit Augen verdrehen in Richtung Kathi und mir zu vernehmen. Aber ok, wir konnten ihnen Dank unserer großen Herzen verzeihen.

Start 2. Durchgang: Hää, was ist denn jetzt los? Drei mal hintereinander einen 8er...Sch...Und schon ist der Kopf nicht mehr da wo er eigentlich hingehört. Andis Heilmittel: Mich dermaßen in mein Ohr zu zwicken, dass es dunkelrot war, konnte mich sofort kurieren! Also liebe Schüler - wir kennen jetzt Methoden zur Blitzheilung, Vorsicht!

Die letzten paar Passen gingen ratzfatz vorbei und Dirk und ich konnten viel Erfahrung in Sachen Trainer und Schütze mitnehmen, Danke Andi!

Die bayrische Meisterschaft war für mich ein toller Tag den ich sehr genossen hab und, hey, zwar ist noch Luft nach oben aber ich bin in meiner Klasse vierzehnt-beste von ganz Bayern geworden.

Sonntag, 19.01.2020: Der größere Teil der immerhin 7 (!) Tassilos, die am heutigen, 2. Meisterschaftstag starten dürfen, ist mitten in der Nacht aufgestanden, um rechtzeitig in Augsburg zu sein. Dafür war die Anfahrt über eine nahezu menschenleere Autobahn völlig stressfrei. Trotz früher Stunde sind aber schon viele in der Schlange am Eingang. Wie gewohnt ist der Andrang dann am größten, wenn die Schüler- und Jugendklassen an den Start gehen, denn hier wollen natürlich oftmals neben den Coaches auch Eltern, Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkels mit von der Partie sein.

Vormittags sind erst mal unsere Schüler A/weiblich-Mannschaft Lena, Marci und Sarah, sowie Isa in der Jugend- und Patrick und der Juniorenklasse dran. Unterstützt wurden die Youngsters von Wolfi und Otti an der Coaching-Linie. Während es bei den "Kleinen" im ersten Durchgang ganz gut lief, hatten die Älteren scheinbar erhebliche Schwierigkeiten, sich an so manche Basics zu erinnern, was sich natürlich am Ende auch am Ergebnis zeigte.

Dafür gab es im 2. Durchgang ein umgekehrtes Bild: bei den jungen Veteranten kam nach der Pause die Erinnerung wieder, was zur Folge hatte, dass man sich wieder in einem gewohnten, höheren Level bewegte. Keine Ahnung, was es dafür vorher zu Essen gab. Nun taten sich aber leider die Mädels in der Mannschaft etwas schwerer. Leni, die am Ende des 1. Durchgangs immerhin den 2. Rang belegte (nur 1 Ring hinter der Erstplatzierten!), kämpfte mit einem Leistungsloch, welches sie erst in den letzten Passen überwinden konnte. So sprang am Ende immerhin noch der 5. Platz heraus!

Die Schüler A - Mannschaft wurde von den Gegnern leider auf den undankbaren 4. Platz verwiesen. Marci lag mit Ihrem Ergebnis etwas unterhalb Ihrer Möglichkeiten (eine "Bayerische" ist halt doch eine größere Herausforderung), schoß aber sehr konstant und konzentriert. Sarah, die "frischeste" im Team konnte sich trotz leichter Nervosität und BM-Debut gegenüber vorherigen Ergebnissen sogar leicht steigern.

Alles in allem gab es am Ende keine TOP-Leistungen, aber doch ganz ordentliche Ergebnisse.

Gegen Ende des 2. Durchgangs wurde es aber schon wieder etwas turbulenter, denn mittlerweile waren die Nachmittags-Starter eingetroffen, die allerdings noch draußen warten mussten, bis die Schüler-/Jugendklassen fertig waren. Bei den Recurve Masters waren es in diesem Jahr Robert und Otti, die die Fahnen für die Tassilos hoch hielten.

So richtig zufrieden war während der beiden Durchgänge zwar keiner von den beiden, obwohl es bei Otti im 1. teil gar nicht so schlecht aussah. Aber - so schnell kann es gehen - ein kleiner Ausrutscher, ein "früher" Klicker - schon wird aus dem guten Gefühl ein schlechtes, wenn nämlich plötzlich ein "M" diabolisch von der Scheibe grinst. Das muss man natürlich erst mal verdauen.

Aber - dank Personal-Coach Wolfi, genauester Analyse, deutlicher Worte und nätürlich einem sehr willigen Schützen, konnte mit den letzten Passen des Turniers die ringmäßige Katastrophe gerade noch abgewendet werden. Vielen Dank dafür an den Coach!

Robert hatte zwar sein gesetztes Tagesziel nicht erreichen können, aber immerhin reichte es am Ende noch für die lang ersehnte Scheibennadel (die aber beinahe wieder unerreichbar geworden wäre, weil die falschen Schiesszettel abgeholt wurden...kicher!).

Fazit: Zahlenmäßig starkes Starterfeld bei den Tassilos, gute bis passable persönliche Ergebnisse und bei allen viel, viel Spaß! Und darum geht es am Ende doch immer. Danke an die Ausrichter für die Organisation und die deutichen Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr.

(VK (Tag1), SO (Tag2) - 19.01.2010 - Ergebnisse)

 

Joomla templates by a4joomla