Tassilo Overlay

Freitag – Bayerische Meisterschaft
Zu einer sehr entspannten Uhrzeit ging es am Freitag zum bekannten Schauplatz nach Hochbrück. Die drei Teilnehmer waren Robert, Klaus und Dirk, die nach Bogenaufbau, abholen der Startnummern und Bogenkontrolle bei guter Stimmung unter dem Tassilo-Pavillon saßen. Heute gab es keine Lose zu ziehen oder Ähnliches, um zu bestimmen, wer in der Mannschaft schießt: Bei genau drei anwesenden Mastern stellte sich die Mannschaft praktisch selbst auf. Pünktlich um 12:00 Uhr war von der Wurfscheibenanlage kein Ton mehr zu hören, dafür wurden wir mit köstlichem Grillduft gefoltert. Gegen 13:00 Uhr brachte Wolfi noch Schrauben für den Pavillon mit, damit Robert nicht wieder von der Schießlinie zum Festhalten des Zelts sprinten muss. Um 13:25 Uhr flogen die ersten Probepfeile, der Wind frischte auf und die Knallschützen kehrten zurück. Der Wettkampf verlief bis auf eine Ausnahme ruhig: Einem Mitschützen brach beim Abschuss eine Nocke, und mit einem lauten Knall segelten beide Wurfarme nach vorne. Hui! Also: Bogen wieder zusammenbauen, erleichtert feststellen, dass nichts weiter passiert war, Pfeile nachschießen und den Wettkampf routiniert fortsetzen. Ansonsten blieb es ereignislos – abgesehen von Kopfschütteln, Schulterzucken und Wind aus sämtlichen Richtungen, der selbstverständlich immer genau in der Pause ebenfalls pausierte. Der Schuss und der Schussaufbau fühlten sich gut an, umso größer war das anschließende Kopfkratzen, wenn auf der Scheibe plötzlich ein buntes Durcheinander steckte. So schlecht hatte sich der Schuss doch gar nicht angefühlt!
Um 16:45 Uhr verdunkelte sich der Himmel hinter uns zusehends, und einige Wetter-Apps gewährten uns noch 30 Minuten Schonfrist. Um 17:50 Uhr endete der Wettkampf bei strahlendem Sonnenschein und ohne einen einzigen Regentropfen während der gesamten Zeit – trotz der düsteren Vorhersage. Wetter-App: 0, Bogenschützen: 1.
Einzig auf die Schützen ist Verlass: Wieder einmal waren nicht alle mit ihrer gezeigten Leistung zufrieden. Dennoch haben sich alle drei gut geschlagen oder stark zurückgekämpft.

Samstag – Bayerische Meisterschaft, Sommerfest und Königsproklamation

Auf nach Hochbrück – diesmal zu einer deutlich sportlicheren Uhrzeit. Es gab wieder ein großes Hallo mit bekannten Schützen, die man teilweise nur hier trifft.
Die Tassilos um Manola, Theo, Amin, Tim, Lena und Julian starteten, unterstützt von Otti und Wolfi, auf der rechten Seite des Feldes. Ich stand links, mit Dirk als Spotter. Die Windverhältnisse waren für Hochbrück ganz okay – was dort ungefähr so viel heißt wie: Der Hut blieb meistens auf dem Kopf. Ein kurzer Regenschauer tat der Laune keinen Abbruch, und da die Sonne sofort wieder am Start war, konnte es munter weitergehen.
Ruckzuck waren die Wertungspfeile geschossen. Für die Jugend sowie die Damen- und Herrenklasse hieß es nun abzuwarten, wer ins Finale einzieht und damit um den bayerischen Meistertitel in der jeweiligen Klasse schießt. Bei den Junioren findet kein Finale statt; hier zählt das Ergebnis der Qualifikationsrunde. In dieser konnte sich Lena den ersten Platz sichern und ist damit neue bayerische Meisterin bei den Juniorinnen! Herzlichen Glückwunsch und volles Gratulat, Lena! Stark gemacht!

Auch unsere anderen Schützen haben sich gut und tapfer geschlagen. Selbst wenn nicht jeder mit seiner Leistung zufrieden war: Ihr habt das alle – teilweise bei eurer ersten BM – toll gemacht.

Ich konnte die Punkte, an denen ich arbeite, ganz gut umsetzen und hatte mir vorgenommen, falls ich in die Finalrunde kommen sollte, diesmal nicht wieder so knapp auf Rang acht zu landen.
Okay, Platz sechs ist doch ein guter Ausgangspunkt. Denkste. Nach dem Blick auf die Rangliste folgte die Ernüchterung: Gleich im ersten Match ging es gegen die starke Jana aus Freising. Die Empathie durfte nicht über den Siegeswillen triumphieren, und so lieferten wir uns ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das mit einem Stechpfeil und dem besseren Ende für mich endete. Puh, erste Runde überstanden! Im Halbfinale wartete Hannah Hefter vom BSF Esselbach. Hier musste ich mich mit 3:7 geschlagen geben. Ich gebe zu, dass Kraft und Konzentration nicht mehr ganz auf Höchstniveau waren. Jetzt einen Kaffee! Doch nein, ich hatte mal wieder nicht kapiert, dass es nun um Bronze ging – Verlängerung statt Koffein. Jetzt hieß es für alle: Sitzfleisch und Nerven behalten, denn zuerst kamen die Finals der Jugend. Es dauerte also noch, bis ich mein Bronzefinale schießen durfte. Nach einigen langen Matches und Stechpfeilen in den vorherigen Finals waren wir an der Reihe: Johanna Protze vom BSV Erlangen, amtierende deutsche Vizemeisterin im Freien, gegen mich. Manchmal könnte man ein Drehbuch nicht besser schreiben: Just in dem Moment, als wir zu den Finalscheiben liefen, frischte der Wind so stark auf, dass es für uns richtig zäh wurde, den Visierpin überhaupt auf der Scheibe zu halten. Bei 20 Sekunden pro Pfeil bleibt nicht viel Zeit, um abzusetzen oder auf eine Lücke im Sturm zu warten. Johanna meisterte das besser; bei mir war anscheinend nicht mehr drin. So erkämpfte sie sich die Bronzemedaille. Anschließend entschuldigte ich mich noch bei Wolfi, der als mein „Runner“ agierte, dafür, dass er so schlechte Pfeile werten und ziehen musste.
Ganz herzliche Gratulation an Johanna und danke für den wirklich freundlichen Austausch im Nachhinein – inklusive gemeinsamen Schimpfens auf den Wettergott. Bei den restlichen Matches herrschte nämlich für Hochbrück nahezu Windstille. Nach einem flotten Umbau und der anschließenden Siegerehrung ging es für mich, erschöpft und als Viertbeste der Damenklasse in Bayern, ab zu unserem Sommerfest.

Sonntag – Bayerische Meisterschaft

Heute war die Zahl der Tassilo-Teilnehmer wieder etwas übersichtlicher. Links ging Manfred bei den Compoundern an den Start, rechts unsere Jüngsten: Maxi bei den Schülern B und Lisa bei den Schülern A. Der vermeintliche Trainerüberschuss mit Wolfi, Dirk, Chrissi und mir erwies sich wieder einmal als genau richtig. Das Wetter schlug – fast schon typisch für Hochbrück – ziemliche Kapriolen. Nach zwei geschossenen Passen, von denen sechs Pfeile in einem ordentlichen Schauer ertränkt wurden, musste der Wettkampf wegen des starken Regens unterbrochen werden. Es wurde eine vermeintlich 30-minütige Pause eingelegt. Dank des notwendigen Auflagenwechsels, des kompletten Neuausdrucks der Schusszettel – tropfnass und völlig durchgeweicht – sowie des erneuten Aufwärmens inklusive Probepfeilen dauerte sie dann doch etwas länger. Kurz bevor es weiterging, kam überraschend Bine vorbei. Sie hatte ihrem tropfnassen Compound-Mann Manfred trockene Kleidung mitgebracht. Wir erfuhren noch, dass es bei ihm überhaupt nicht lief. Da man sich von seinem Partner jedoch manchmal nichts sagen lässt, verabschiedete ich mich von den beiden Recurvern und wurde kurzerhand zur Compoundtrainerin. Kann ja nicht so anders sein 😅 Nach kurzer Rückversicherung bei Christiane vom SC-U Germering und eingehendem visuellen Studium von Manfred gab es den einen oder anderen Tipp – plus die mentale Komponente: Wenn jemand zuschaut, strengt man sich automatisch ein bisschen mehr an. Siehe da: Manfred kletterte Stück für Stück aus seinem Loch und konnte den Wettkampf für sich noch positiv abschließen. Bei unseren beiden Youngstern lief der zweite Durchgang ebenfalls nochmal besser. Auch hier arbeiteten die Coaches mit allen Tricks und Mitteln, sodass am Ende auf dem Mannschaftsfoto strahlende Gesichter zu sehen waren. Vier Trainer für drei Schützen? Wir nennen das Vollversorgung.
Gratulation an Maxi zur Teilnahme an seiner ersten bayerischen Meisterschaft – und das mit einem respektablen Ergebnis. Dazu gab es eine imaginäre Kopfnuss dafür, schon gleich an das nächstgrößere Event zu denken. Auch Lisa hat ganz viele Daumen hoch verdient: Nach ihrer Schulterverletzung hielt sie super durch und lieferte ein gutes Ergebnis ab.

2026 BMWA720 Collage

Zum Schluss ein herzlicher Dank an das gesamte Team des BSSB rund um Stefan Fent, an die Kampfrichter, Auswerter, Techniker und alle weiteren Helfer im Hintergrund, die erneut unzählige Stunden in unseren Sport investiert haben, um dieses Event möglich zu machen.
Danke für den wieder einmal hervorragend von Kati, Georg und Tobi – am Sonntag ergänzt durch Chrissi – moderierten Livestream. Schön, dass Dirk und ich erneut in der „Kiss Cam 😘“ waren. Manche Traditionen muss man einfach fortsetzen.
Das war es von einem spannenden, ereignisreichen und durchaus erfolgreichen Wochenende. See you next time.

(VK – 20.07.2026 – Fotogalerie - Ergebnisse)

 

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen auf unserer Website nur Cookies, die essenziell für den Betrieb der Seite sind. Trotzdem können Sie hier entscheiden darüber hinausgehende Cookies zuzulassen oder zu verbieten (man weiß ja nie...)