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2026 DM WA720Am vergangenen Wochenende ging die Deutsche Meisterschaft WA720 in Wiesbaden über die Bühne. Wie schon in den vergangenen Jahren wurde die Qualifikationsrunde auf dem Sportplatz Kleinfeldchen ausgetragen, während die Finals in der Finalarena vor der beeindruckenden Kulisse des Kurhauses stattfanden.

In diesem Jahr hatten es drei von uns Tassilos geschafft, sich für die DM zu qualifizieren.

Den Anfang machte am Freitag Tim in der Jugendklasse. Vroni und ich konnten leider nicht vor Ort sein und verfolgten den Wettkampf daher per Liveticker auf Bogenfax – unterwegs auf der Autobahn. In der ersten Passe sahen wir eine „45“, und auch die folgenden Passen lagen in einem ähnlichen Bereich. Das kam uns komisch vor, denn Tim schießt normalerweise stabil mehr Ringe. War es Nervosität, obwohl er ja schon die DM in der Halle geschossen hatte? War auf dem Platz vielleicht viel Wind? Wir konnten es uns nicht erklären. Die Auflösung bekamen wir am Samstag von Tim. Er kam extra noch einmal zum Wettkampffeld, um uns für unsere anstehenden Wettkämpfe alle ins Gold zu wünschen. Danke!

Mit seiner Zustimmung darf ich die Geschichte erzählen. Also, was war passiert? Tim hatte in der ersten Passe schlicht nur fünf Pfeile geschossen. Danach war er ganz entspannt von der Schießlinie gegangen und trotz Pfeilsortierung im Köcher felsenfest davon überzeugt, alle sechs Pfeile geschossen zu haben. Als es ihm dann doch auffiel, war es zu spät. Ein Fauxpas, der wahrscheinlich nur alle Jubeljahre vorkommt – und Tim in seiner Bogenschieß-Karriere wahrscheinlich nie wieder passieren wird. Danach war die Konzentration flöten, und trotz Unterstützung durch unseren Bezirkstrainer Andi Blaschke sowie der Betreuung von Kerstin und Rainer vom TSV Waldtrudering lief es einfach nicht mehr rund. Als er uns davon erzählte, konnte er aber schon wieder lachen.
Trotz allem: starke Leistung, Tim! Du hast dich wieder für die DM qualifiziert und gehörst damit zu Deutschlands Besten in deiner Klasse. Erfahrung mitnehmen, Mund abputzen, Blick nach vorne richten und auf die kommenden Aufgaben fokussieren!
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Kerstin und Rainer für das Coaching. Es ist schön zu sehen, wie man sich in unserem Bezirk vereinsübergreifend unterstützt.

Weiter ging es am Samstag bei strahlendem Sonnenschein und bestem Wetter mit Vroni in der Damenklasse. Was soll ich schreiben? Wenn man Vroni dazu fragt, antwortet sie wahrscheinlich: „Am besten nix.“ Schon das Einschießen war durchwachsen, und im Wettkampf wurde es nicht wirklich besser. Viel Kopfschütteln, viel Frust über das Trefferbild. Der Coach war weitgehend ratlos, denn der Grund dafür ließ sich nicht wirklich ausmachen – zumal es in den Trainings davor gut gelaufen war. Auch der berühmt-berüchtigte Ohrenkneifer von Andi Blaschke, der in solchen Situationen sonst immer hilft, blieb diesmal ohne Wirkung. Was war da los? Man weiß es nicht. Am Ende wurde es nichts mit der angepeilten Finalrunde, und selbst die wirklich leckere Frust-Nutella-Waffel nach Wettkampfende konnte die Laune nicht heben.
Für mich gilt hier dasselbe wie bei Tim: starke Leistung! Wer sich für die DM qualifiziert, gehört zu den besten Schützinnen Deutschlands in dieser Klasse. Erfahrung mitnehmen und den Blick nach vorne richten.

Am Nachmittag nutzten wir die Gelegenheit und fuhren in die Finalarena, um uns die Compound-Finals der Damen und Herren anzuschauen. Das sieht im Livestream schon klasse aus – vor Ort ist es noch einmal beeindruckender. Stark, was der DSB da auf die Beine stellt!

Am Sonntag durfte ich dann ran. Die Wettervorhersage war durchwachsen; laut den gängigen Wetterapps sollte es eigentlich erst am Nachmittag regnen. Eigentlich ... aber dazu gleich mehr. Erst einmal entspannt ankommen, Bogen aufbauen und die bekannten Schützen begrüßen. Cool war, dass Rafal und Jens vom SCU Germering meine direkten Scheibennachbarn waren und wir es uns nebeneinander unter den Zelten gemütlich machen konnten. Aber zum Gemütlich machen sind wir ja nicht hier. Also: auf in den Wettkampf. Die Probepfeile liefen gut, und auch der Start gelang. Beim Auswerten der ersten Passe teilte mir ein Mitschütze meiner Scheibe mit, dass er beim Nach-vorne-Laufen versehentlich meinen Bogen umgeworfen habe, es aber nichts passiert sei. Beim Zurücklaufen winkte meine Coachin Vroni allerdings energisch und sagte: „Ich denke, dein Visierpin ist gebrochen, ich hab schon mal alles zum Wechseln zurechtgelegt.“ Und tatsächlich: Der Pin war gebrochen und der Korntunnel leicht verbogen. Aber jetzt musste ich erst einmal meine zweite Passe schießen – das musste also so gehen. Mit einer „50“ funktionierte das einigermaßen gut. Direkt nach den sechs Pfeilen hieß es dann: Visier abschrauben und mit Vronis Unterstützung den Pin tauschen; die kleine Biegung des Korntunnels musste bleiben. Memo an mich selbst: Unbedingt einen Ersatz-Korntunnel ins Equipment packen! In der dritten Passe wurde mir noch eine Nocke zerschossen – der Pfeil blieb glücklicherweise heil –, also wurde auch die entspannt ausgetauscht. Danach passierte im Wettkampf nichts Größeres mehr, abgesehen vom Regen im ersten Durchgang. Das Wetter konnte sich nicht so richtig entscheiden: Regen, Sonne, wieder Regen. Bei mir lief es bei allen Wetterlagen gut, auch wenn ich wahrscheinlich als einziger der anwesenden Schützinnen und Schützen nichts gegen noch mehr Regen gehabt hätte 😅
Auch wenn ich mich bei Wettkampfende kurz über meine letzte Passe geärgert habe, weil ich mir damit eine Drittel-Medaille versemmelt habe, war ich insgesamt total happy. Ich durfte wieder bei der DM dabei sein, meine Scheibe war klasse, und auch das ganze Drumherum hat einfach gepasst. Und meine Coachin hat ihren Job super gemacht – deutlich besser als der Coach bei ihr am Samstag.

Ein großer Dank geht an den DSB, die Kampfrichter, die Crew hinter den Kulissen sowie an alle Helferinnen und Helfer, die dazu beigetragen haben, dass wir wieder eine tolle DM erleben durften. Ohne diesen Einsatz wäre so ein Event nicht möglich.

Das war es – damit geht die diesjährige Outdoor-Saison zu Ende. Bei einem kurzen Blick zurück lässt sich festhalten: Bei uns war wieder einiges geboten, und wir Tassilos können die Saison durchaus als erfolgreich bezeichnen.

(DS – 14.09.2026 – Ergebnisse)

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