Die traditionelle Tassilo-Sommermeisterschaft als 900er-Runde stand auf dem Programm, und pünktlich zum Ferienbeginn versammelten sich 32 Schützinnen und Schützen um in insgesamt 9 verschiedenen Klassen anzutreten. Von Einsteigern über Fortgeschrittene bis zu alten Hasen und (natürlich nicht alten) Häsinnen war alles vertreten.
Die Wetteraussichten für den Tag waren je nach verwendeter App durchaus unterschiedlich, aber bis auf einen Blitzeinschlag im Mittelteil schreckt Bogenschützen ja so gut wie gar nichts ab. Erstmal wurde der Platz bereit gemacht, Scheiben auf die richtigen Entfernungen und Pavillons an die Gerätelinie gestellt und Bögen aufgebaut. Die ermittelten Trainingsstände waren leicht abweichend, die Range reichte von dreimal in der letzten Woche bis zu einem Vierteljahr gar nicht. Spannende Voraussetzungen für einen interessanten Wettkampf. So viel sei vorab verraten: alle haben bravourös durchgehalten, auch wenn die persönliche Zufriedenheit - wie bei Bogenschützen üblich - teils überschaubar war.
Nach kurzer Einweisung durch Otti mit allen relevanten Hinweisen, wie z.B. viel trinken, keinen erschießen und Spaß haben, starteten die Aufwärmpassen. Für den Schreckmoment des Tages durfte ich hier gleich selber sorgen. Bei der zweiten Einschießpasse brach beim lösen eine Nocke, die Sehne schnalzte auf meinen Arm (sofort bestens versorgt von Dr. Vroni und Krankenbruder Marc - danke!) und der Pfeil verabschiedete sich zu meinem Scheibenpartner (welcher das aber tiefenentspannt nur zur Kenntnis nahm).
Und dann gings los. Die Ampel souverän über das Handy gesteuert, gab Otti den ersten Durchgang frei. Die ersten Passen wurden routiniert abgewickelt, die Fragezeichen hielten sich hier noch in Grenzen (was sich im weiteren Verlauf des Turniers erwartungsgemäß noch ändern sollte). Zügig war der erste Durchgang abgewickelt, in einer kurzen Verschnaufpause wurden die Scheiben auf die nächsten Entfernungen umgestellt. Hier wurde dann auch von 6-er auf 3-er Passen umgestellt, um die unzähligen im Gold versammelten Pfeile zu schonen. Wer übrigens glaubt, dass eine "interne Sommermeisterschaft" ein entspanntes Trainingsschießen ist, der wurde heute eines Besseren belehrt. Auch im zweiten Durchgang wurde um jeden Pfeil und jede Passe mit voller Motivation und höchster Konzentration gekämpft. Das sah man unter anderem auch daran, dass ich dreimal auf der Nachbarscheibe hospitieren durfte, um eine (manchmal etwas optimistische) Ansage zu verifizieren.
Zwischen zweitem und drittem Durchgang stand die wohlverdiente Mittagspause auf dem Programm, traditionell wieder mit Leberkas und Kartoffelsalat. Als zuckerhaltige Unterstützung für den geistigen Gesamtzustand aller Schützen, standen diverse Kuchen bereit. Eigentlich war es fast mehr Kuchen als Leberkas, aber wer zählt schon so genau.
Im Anschluss mussten die Scheiben noch auf ihre letzte Entfernung gestellt werden, und weiter gings. Mittlerweile bei leicht drückenden 30 Grad, aber immer noch im verträglichen Bereich. Ok, die Scheibe 20 war von der Verträglichkeit eventuell ein klein wenig ausgenommen. Oder wie Vroni es ausgedrückt hat: nach heiß kommt blöd. Wir waren möglicherweise nicht die erfolgreichste Scheibe, aber lustig wars.
Auf der Nachbarscheibe dagegen wurde es zum Schluss hin nochmal richtig spannend. Ein Kampf der Generationen bahnte sich an. Der amtierende Bezirksmeister legte alles in die letzten Schüsse, konnte aber den Überholversuch nicht mehr abwehren. Mit zwei X-ern mehr, wurde Dirk auf den letzten Metern noch von Julian überholt. Ist das schon ein nicht mehr umkehrbarer Generationenwechsel? Oder wird es der Stil-Ikone gelingen, mental zurückzukommen? Schalten Sie nächstes Jahr zur selben Zeit wieder ein.
Die Ampel trötete ein letztes Mal, Wolfi klopfte die letzten Ergebnisse in die Auswertung und Otti versammelte die Meute zur Siegerehrung. Pünktlich fing es dann hier leicht zu regnen an, bis dahin war uns der Wettergott heute aber sehr gnädig. Es gab in allen Klassen teils richtig gute Ergebnisse zu verkünden, was sich auch in so manchem Gesicht auf dem Podium widerspiegelte.
Die Learnings von heute:
• die Ampel macht sich manchmal selbstständig (sagt zumindest der Ampelnde)
• Nocken schauen teilweise besser aus als sie tatsächlich sind
• ein Zehner ist nicht immer ein Zehner
• Schwer zu glauben, aber Scheiben stellen im Team kann durchaus Spaß machen
• Nicht nur jeder Ring ist wichtig, auch jedes X
In Summe mal wieder ein sehr schönes Vereins-Turnier. Gratulation an alle Schützinnen und Schützen, insbesondere an die Einsteiger. Stark durchgehalten, toll geschossen und Spaß gemacht hat es auch noch.
(KP - 01.08.2026 - Ergebnisse)
