Zum mittlerweile 6. Mal (in voller Besetzung immerhin achon zum 2. Mal) trafen sich die Tassilo Biker, um 4 Tage lang Strassen und Gebirgspässe unsicher zu machen. In voller Besetzung heiß konkret: Max, Manfred, Hubert, Michi, Dirk und meine Wenigkeit (Otti). Bereits seit 2021 übernehme ich selbst dabei alle organisatorischen Aufgaben, wie Terminabstimmung, Tourplanung, Hotelbuchung, usw. Allerdings ist es mit den Tassilo Bikern auch (meist) das reinste Vergnügen, den alles funktioniert so unkomplziert, wie man es sich nur wünschen kann.
Nach der letztjährigen Tour in Südtirol, war das Ziel der Wünsche das Friaul (Friaul - Julisch Venetien), genauer gesagt die Region Karnien. Das Gebiet liegt im äußersten Nordosten Italien in der Provinz Udine. Zentralort ist Tolmezzo. So viel zu den harten Fakten.
2022 suchten wir diese Region bereits einmal auf, allerdings in kleinerer Besetzung. Dies und die Tatsache, dass das Gebiet fast ein unerschöpfliches Angebot an Traumstrecken aufweist, erleichterten uns die Wahl. Mir selbst als Planer der Etappen macht es das allerdings nicht unbedingt leichter, denn die Herausforderung ist, diese Riesenpalette in den wenigen Tourtagen unterzubringen. Ein echtes Luxusproblem.
Die Anreise hielt ich dieses Mal relativ kurz, die Route über Kitzbüchel, Mittersill, Felbertauerntunnel und Plöckenpass sollte die Crew nicht zu sehr fordern. Da es nach den ersten Kilometerm gleich mal zu regnen begann (zum Glück nur bis Kitzbühel), ließ uns Schlimmeres befürchten. Denn schon 2022 war der Regen unser täglicher Begleiter im Friaul. Aber nein - dieses Jahr hatte Petrus ein Einsehen mit uns und lieferte fast ausschließlich Traumwetter.
Am 2. Tag lieferte ich den Jungs eine wahre Kurven- und Kehrenorgie, so dass ich am Abend den Eindruck hatte, es sei für alle genug gewesen. Panoramica delle Vette, Lago di Sauris, Passo di Monte Rest - um nur ein paar Highlights zu nennen - waren unsere Stationen. Einer der großen Pluspunkte des Friaul ist, dass es bei Weitem nicht so überlaufen ist, wie beispielsweise Südtirol. Das wirkt sich nicht nur auf dem Fahrspass aus, sonden teilweise auch auf die Preise. Bei unserer Unterkunft war das zwar weniger spürbar, dafür bot sie uns aber auch hervorragende Verpflegung und ordentliche Zimmer.
Tourtag 3 führte uns unter Anderem nach Slowenien, zur höchsten Straße des Landes, zur Mangartstraße. Da ich diese fast schon künstlerisch in die Landschaft und die Felsen gesprengte Trasse bisher leider nur bei dichtem Nebel erleben durfte, war ein erneuter Besuch sozusagen Pflicht! Und auch hier hatten wir heuer Traumbedingungen. Das Panorama ist überwältigend. Nur säckeweise überforderte Autofahrer trübten den Spaß ein wenig, aber auch hier heißt es: nimm es positiv - langsam fahren bedeutet auch mehr Zeit haben um die Landschaft zu genießen!
Ehe wir uns versahen, war auch schon der Tag der Heimreise gekommen. Wir einigten uns am Vorabend, die Route über das Pustertal und den Brenner zu nehmen, auch wenn diese deutlich weiter ist. Aber so konnten wir die Tour, die Strecke und nicht zuletzt die Landschft noch einmal so richtig auskosten.
Leider erwischte uns in der Gegend Krün/Wallgau noch einmal ein satter Wolkenbruch. Aber es gibt Dinge, die muss man nehmen wie sie sind! Dazu kam dann auch noch die Sperriung der Passage Walchensee/Jachenau, was uns einen Umweg im Regen bescherte. Und dann passierte es leider tatsächlich noch kurz vor dem Ende der Tour, dass die Gruppe kurz auseinanderbrach - nachdem es mehrere hundert Kilometer lang perfekt funktioniert hatte. Zurückblickend überwogen aber in jedem Fall die positiven Aspekte.
Fazit: schöner 4-Tages-Trip bei fast perfekten Bedingungen. Viel Spaß in der Gruppe - tagsüber UND abends. Traumhafte Straßen und Pässe. Gutes Essen. Guter Wein. Weiterhin noch ausbaufähiges Potenziel was das Fahren in der Gruppe betrifft!
Nun bleibt für mich die (gerne wahrzunehmende) Aufgabe, die Planung für das nächste Jahr zu beginnen! Die Planung beginnt: JETZT! Ich hab' da vielleicht schon eine Idee...
(SO - 24.09.2026)
